Tagesgeld oder Geldmarktfonds?

Viele Anleger sind in den Zeiten der gegenwärtigen Krise auf den Finanzmärkten, von der niemand sagen kann, wie lange sie noch anhält, bestrebt, ihr Geld nicht lange zu binden und sich eine möglichst hohe Flexibilität bezüglich künftiger Entwicklungen zu bewahren. Diese Anforderung an die Geldanlage wird sowohl bei Tagesgeldkonten als auch bei Geldmarktfonds erfüllt. Unterschiede gibt es insbesondere hinsichtlich der möglichen Rendite sowie der Sicherheit der Anlage.

Tagesgeld ist sicherer

Beim Tagesgeld erfolgt die Anlage auf unbestimmte Zeit, wobei das Geld täglich verfügbar ist. Die Zinsen sind höher als bei einem Sparbuch, allerdings der Anlageform entsprechend nicht so hoch wie bei einem Festgeldkonto, bei dem aber während der Laufzeit keine Zugriffsmöglichkeit auf die Kapitalanlage besteht. Nur bei einem Tagesgeldkonto ist es möglich, täglich auf das Geld oder Teile davon zurückzugreifen. Zwar kann theoretisch täglich durch das Geldinstitut ein neuer Zinssatz festgelegt werden, praktisch ist das aber nie der Fall, da die Institute ja ihre Kunden nicht verlieren wollen. Bis zu 100.000 Euro eines Tagesgeldkontos sind in Deutschland zu 100% abgesichert, in vielen Fällen noch weit höhere Beträge. Geldmarktfonds sind dagegen wie alle Fonds immer risikobehaftet, zwar investieren Geldmarktfonds das ihnen zur Verfügung stehende Kapital stets ausgesprochen sicherheitsorientiert, meist im sehr kurzfristigen Anlagebereich, doch die Fondsinterna bleiben dem einzelnen Anleger meist verborgen.

Geldmarktfonds können eine größere Rendite abwerfen

Geldmarktfonds investieren vorzugsweise in Termingelder und in Anleihen mit einer kurzen Restlaufzeit, also in einem Markt, der nur institutionellen Anlegern zugänglich ist. Dadurch bedingt werfen Geldmarktfonds oftmals trotz kurzer Laufzeiten der Anlage sehr ansprechende Renditen ab, normalerweise wesentlich mehr als Tagesgeld oder Festgeld. Aber wer in Geldmarktfonds investieren will, sollte sich auf diesem Markt schon auskennen, da wir gerade gegenwärtig eine Situation erleben, in der die Geldinstitute sich untereinander nicht trauen, was einen merklichen Rückgang der gegenseitigen Geldflüsse zur Folge hat, was wiederum direkte Auswirkungen auf die Investitionsmöglichkeiten der Fonds nach sich zieht. Zudem wurden in den letzten Monaten massiv Gelder aus risikoreichen Anlagen, z.B. im südeuropäischen Raum, abgezogen, was die Flexibilität der Fonds weiter eingeschränkt und dazu geführt hat, dass die tatsächlich erzielten Renditen etwas zurückgegangen sind.